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Auflösung des Rätsels in Gewandhaus-Magazin Nr. 132 und die Gewinner

Identifiziert wird Edvard Grieg vor allem mit der Musik seiner norwegischen Heimat. Er wurde 1843 in Bergen geboren, wo er 1907 starb. Von seiner musikalisch völkerverbindenden »Mission« beglückt schrieb er seinem dänischen Freund August Winding am 3. Januar 1872 aus Kristiania (bis 1924 der Name Oslos), ähnlich begeistert äußerte er sich am 7. November 1896 in einem Brief an den deutsch-niederländischen Komponisten und Pianisten Julius Röntgen. Zeitungen bestätigten, Grieg habe dazu beigetragen, »das schwedische und norwegische Volk einander näher zu bringen«. Sein Konzept, auf dem Bergener Musikfest 1898 internationales Niveau zu bieten, wozu er das Concertgebouw-Orchester aus Amsterdam unter Leitung von Willem Mengelberg engagierte, war zunächst auf erbitterten Widerstand gestoßen.

Aus Protest gegen die Verurteilung des Juden Alfred Dreyfus wegen angeblicher Spionage für Deutschland schlug er 1899 eine Einladung mit dem Colonne-Orchester nach Paris aus. Das Orchester war von dem französischen Dirigenten Édouard Colonne gegründet worden. Bei seinem späteren Konzert 1903 erntete Grieg ein Pfeifkonzert des Pariser Publikums. Wegen des russisch-japanischen Krieges sagte er 1904 Konzerte in Moskau und Petersburg ab.

Grieg verstand sich als Musikerzieher und bemühte sich um das Musikverständnis seiner Hörer und Interpreten. In Liedern und Tänzen wie den »Norwegischen Bauerntänzen« pries er die Schönheit seiner norwegischen Heimat. 1894/95 schuf er einen für Kinder bestimmten Liedzyklus, die Sieben Kinderlieder op. 61.

Grieg hatte von 1858 bis 1862 am Leipziger Konservatorium bei Carl Reinecke, Louis Plaidy, Ignaz Moscheles und dem von ihm hochgeschätzten Ernst Ferdinand Wenzel studiert. Ein 1861 für Carl Reinecke komponiertes Streichquartett wurde nicht aufgeführt, weil es dem Geiger Ferdinand David zu futuristisch war. Während seiner Studienzeit in Leipzig hatte Grieg um 1858 Robert Schumanns a-Moll-Klavierkonzert mit Clara Schumann als Solistin gehört. Sein eigenes a-Moll-Konzert op. 16 schrieb er 1868 in Dänemark während eines Urlaubs mit seiner Frau Nina Hagerup, einer Sängerin und Pianistin.

Auch in späteren Jahren war er noch oft in Leipzig im Haus Talstraße 10 zu Gast, seit 1874 Sitz des Musikverlags C. F. Peters; 1889 schloss er mit dem Verlag einen Generalvertrag ab. Mit dem damaligen Leiter Max Abraham stand er in freundschaftlichem Kontakt. In einem Brief an diesen äußerte er das Lob auf Leipzig. Seit November 2005 befindet sich in dem Gebäude der Sitz der Grieg-Begegnungsstätte, ein Zentrum des deutsch-norwegischen Kulturaustausches.

Sieglinde Oehrlein


Die Gewinner des Rätsels aus Nr. 132 sind (in der Reihenfolge vom ersten bis zum dritten Preis)
Lukas Neumann aus Berlin, Lutz Reichelt aus Leipzig und Jochen Cailliud aus Dresden.

 


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